foto. schandgesellen in der szene wien 21 05 09 © joachim tröster
Kolks persönlicher bericht:
am donnerstag, den 21. mai 2009 spielten wir (schandgesellen) und wutas (gesprochen: wuatas, wie im dialektwort für mütterchen, muatterl) in der szene wien als vorgruppen von corvus corax.
unsere ankunft in der szene wien war von herrlichstem sonnenschein geprägt und nach dem ausladen unseres equipements ging es erst einmal ab in den szeneeigenen gastgarten. ich war einer der letzten musiker die dort eintrafen und die stimmung, die ich dort vorfand, war sehr entspannt. mir gefiel auch, dass die musiker von corvus eigentlich keine starallüren an den tag legten und es möglich war, gleichberechtigte gespräche zu führen. aus der halle schlugen uns immer wieder die klänge des doch sehr beeindruckenden schlagwerks der hauptgruppe entgegen, hervorgerufen durch einen sehr langen soundcheck…
…soundcheck! – da war doch was… der soundtechniker war gut versteckt auf dem dach anzutreffen, welches man über eine wiederum schwer auffindbare eisenstiege erreichen konnte. beim aufstieg kamen mir clothar und harald von wutas entgegen, die den techniker offensichtlich schon vor mir gefunden hatten. oben angekommen hatten wir ein sehr freundliches, kurzes und sondierendes gespräch über die technischen bedürfnisse der schandgesellen, unter anderem mit der vorbereitenden informativen warnung, dass es kaum monitoring geben werde, was mich in diesem moment nicht wirklich besorgte – eher schon die aussage, dass wutas nur einen linecheck bekommen würden – soll heissen, kein soundcheck vor dem konzert, sondern erst während ihres auftritts. ich frag mich bis heute, warum. vielleicht war das zeitmanagement nicht optimal, oder es ist in verantaltungskreisen in Ö eh üblich so – naja. möcht aber hier auch erwähnen, dass die crew in der szene sehr sympathisch ist, und ich nicht über genug erfahrung in sachen supportbandsoundcheck besitze. jedenfalls – die stimmung bei den wutas war verständlicherweise nicht mehr optimal. mir persönlich gefiel die musik der gruppe ebriosi (aus denen wutas hervorgingen) schon immer sehr und das was ich bisher von wutas gehört hab noch viel mehr.
zurück zum soundcheck. endl.. – schliesslich waren wir dran. es war sehr schön zu sehen, wie unser sound stück für stück wuchs und schliesslich im final check aufblühte. das monitoring war, dafür, dass es nur über die sideline und einen einzigen bühnenmonitor kam, eh sehr brauchbar. und doch, trotz der euphorie musste ich oft an die wutas denken, und dass es schade war, dass sie keinen ordentlichen soundcheck hatten. man ist ja vor jedem gig zumindest ein bisschen nervös – und wenn man dann auf einer solchen bühne und mit solcher exponiertheit spielen soll und nicht weiss wie man klingen wird, fällt es schwer, ein gutes gefühl und spielspass zu entwickeln.
schandgesellen:
ich bin ja der kolk von den schandgesellen, und das hier ist ja mein blog, deswegen werde ich hier den schwerstpunkt auf unseren abend richten.
die halle war schon zum bersten voll, als wir auf die bühne kamen. wir wurden mit einem genialen applaus begrüsst und das publikum liess sich von lied eins an mitreissen. wir hatten eine halbe stunde zeit, die halle zu rocke… ähm… mittelaltern und unsere songauswahl war dementsprechend ausgerichtet, was uns das publikum mit einer halben stunde vollen einsatz und stimmung dankte. unser gefühl während des auftritts war sehr schön und ungebrochen spielfreudig, was sich aufs publikum übertrug und von dort wieder zu uns auf die bühne.
ich musste allerdings nicht nur einmal auf mein griffbrett schauen um erkennen zu können, ob ich eh richtig spiele, weil wir uns selber phasenweise sehr schlecht bis überhaupt nicht hören konnten. allerdings hat uns der tontechniker in anbetracht der technischen möglichkeiten an jenem abend, was gesang angeht, sehr geholfen, indem er unsere stimmen und zumindest ein instrument auf die sideline getan hat. war angenehm, mit ihm zu arbeiten.
vor gar nicht allzulanger zeit… stiess tristan zu uns schandgesellen. es war unser erstes konzert zu viert und schon bei den proben war uns klar, dass es auch so bleiben sollte. es macht sehr viel spass gemeinsam zu spielen und lieder zu schreiben.
die halbe stunde verging, wie so oft auf bühnen, wie im flug. die stimmung in der halle und auf der bühne war meines empfindens nach durchwegs euphorisch und wir beendeten unseren stint nach einer gepimpten version von ‘was wollen wir trinken’ mit einem vokalstück, dem bretonischen andro ‘les filles des forges’.
um meinen bericht nicht im völlig fremdmeinungsfreien raum stehen zu lassen, hier die bisherig von mit gefundenen kritiken. eine, die ich allein rein faktisch nicht so nachvollziehen kann, auch nach grösstmöglicher wegnahme meines künstler-egos
, und diese, die natürlich gut tut, auch wenn ich seine meinung zu wutas nicht teile. ihre musik ist zwar kraftvoll, aber gleichzeitig auch feingliedrig. ihr konzept überzeugt mich sehrwohl, nur war an jenem abend ihr sound nicht gut und dadurch gingen viele ihrer arrangements unter. ich habe mir aber immer wieder gedacht, leutln, habts trotzdem spass auf der bühne, es ist eh nicht zu ändern. weil spielspass auch bei schlechtem sound ins publikum überschwappt.
ich werde hier nichts über den auftritt von corvus corax schreiben, weil es da eh schon viel im netz gibt. nur so viel: liebe leut sans.
ich werde diesen blogbeitrag in den nächsten tagen noch updaten und neue links zu foto- und kritikseiten (posi- wie negative) anfügen.
liebe grüsse,
euer
kolk von den schandgesellen.







Ja, bis auf die Technik Sachen bei denen ich nicht dabei war, habe ich den Abend auch genauso in Erinnerung
Ich bestätige den Bericht also mal aus Seite des begeisterten Publikums
Kommentar von Rabenfeder — 28. Mai 2009 @ 16:06 |
Kommentar von davidkolk — 28. Mai 2009 @ 16:14 |
Nett der Blog – haben wir damit künftig auch ein Tour-Tagebuch?
Die Saison hat gerade erst wirklich begonnen und wir werden noch viele posi- wie negative Kritiken bekommen.
Ich sag nur soviel: wir waren so fad, dass die Corviden den Teufel fast nicht aus unserem Backstage-Raum bekommen haben, weil der sich mit dem Narrus eine Jam-Session geliefert hat. Ach ja, wir konnten mit den Dudelsäcken mit den kleinen Tröten punkten (wenn wir auch genügend von den großen haben) – klein heißt ja nicht leise (z.B. die Gaita beim “Spanier” …).
Grüße von Arnulf dem Schandmaul
auch von den Schandgesellen
Kommentar von Arnulf das Schandmaul — 28. Mai 2009 @ 16:12 |
@ arnulf: ja, hab auch schon an ein tour tagebuch gedacht
oder ein schandgesellentagebuch. mit den richtigen schlagworten ist es auch gut googlebar
Kommentar von davidkolk — 29. Mai 2009 @ 12:55 |
hm ein tage buch is eine super idee ach übrigens sehr schön geschrieben dein blog !!!
Kommentar von Tristan — 31. Mai 2009 @ 12:13
Gibt es möglichkeiten euch bei zu treten/oder eine eigene Minnesängergruppe zu bilden?
Kommentar von Felix der Lebhafte — 24. Dezember 2009 @ 23:50 |